Retrospektive Lessedra, Sofia

Retrospektive zu den Werken von Gisela K. Wolf

Galerie Lessedra, Sofia, 15.12.2015 - 28.02.2016

Die 1936 in Deutschland geborene und in der Schweiz lebende Malerin und Autorin Gisela K. Wolf ist eine vielseitige Künstlerin. Zäsuren und Brüche als Merkmale, kennzeichnen Gisela Wolf s Schaffensperioden.

In jungen Jahren besuchte sie die Académie de la grande Chaumière in Paris, war danach jedoch während Jahren als Journalistin/Redaktorin tätig, daraus wurde später das lyrische und belletristische Schreiben, es erschienen Erzähl- und Lyrikbände, ein Roman und Beiträge in Anthologien. Bis 2012 führte sie in Riehen den OSL-Verlag und damit auch die Tätigkeit grafischer Arbeiten, die Konzeption und Gestaltung von Buchumschlägen und Bebilderungen, zumeist Zeichnungen, Monotypien und Collagen.

Erst nach 1985 fand sie wieder zur Malerei und besuchte neben autodidaktischer Weiterbildung die Akademie Walter Oskar Grob in Zürich sowie die Schule für Gestaltung in Basel. Sie ist Mitglied von SGBK, Visarte und AdS.

Durch stilistische und inhaltliche Polarität eng verbunden sind Wolfs Werke zwischen Ordnung und Bewegung, Komposition und Variation. War es in früheren Jahren auch noch Gegenständliches, Erzählerisches, so entwickelte sich daraus eine Malerei, die sowohl Vitalität und Dynamik als auch Ordnendes durch variierte Formelemente zulässt.

Über längere Zeit arbeitete sie mit konkreten Formen, basierend auf Kuvert-Elementen, meistens in Acryl, auch entstanden Serigrafien zum Thema "Brieftauben". Die philosophische Komponente hier, Verborgenes, Offensichtliches und Geheimes zu bewahren. Dies ist auch die Zeit, in der erste Buchobjekte und Schriftbilder entstehen.

Durch die Synergien von Wort und Bild entstehen bei Gisela Wolf abstrakte Gemälde. Vor allem in der Farbgebung ihrer grossformatigen Acrylbilder unter dem Titel "Lookland", kehrt sie immer wieder zu an konkrete Formen erinnernde Elemente zurück. Unter „Lookland“ versteht die Künstlerin den Blick sowohl aufs Bild, den Blick nach innen und in die äussere Welt, spielend mit den adäquaten Bildern des Betrachters, um ihn so zusagen die Wirklichkeit des Sehens zu verschlüsseln. Hierzu reihen sich z.B. auch die mixed-media Bilder ein, inspiriert durch die neusten Gedichte der Lyrikerin Ingeborg Kaiser, sind diese entsprechend dem Buch-Titel "vom Schweigen sprechen" dezent in grau/weiss/gold gehalten.

Bewahrt hat sich die Künstlerin das schnelle Arbeiten mit der Zeichnung und dem zeichnerischen Malen. Mit diesen Momentaufnahmen versucht sie, das Wesentliche im Leben für sich einzufangen.

Elfi Thoma Basel,

Präsidentin SGBK, Schweizerische Gesellschaft Bildender Künstlerinnen

im September 2015   


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